Sylvant® (Siltuximab) 20.02.2015
Behandlung der multizentrischen Castleman-Krankheit Janssen-Cilag AG

In der Schweiz steht neu ein Medikament zur Behandlung der multizentrischen Castleman-Krankheit (MCD) zur Verfügung. Der monoklonale Antikörper Siltuximab (Sylvant) ist indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit MCD, die HIV negativ und HVV-8 (humanes Herpesvirus-8) negativ sind. Die Verabreichung erfolgt alle drei Wochen als intravenöse Infusion über eine Stunde.
Die Castleman-Krankheit ist eine seltene Erkrankung des Lymphsystems, bei der Zellen in den Lymphknoten abnormal zu wachsen beginnen und gutartige Tumoren verursachen. Bei der multizentrischen Form wirkt sich die Krankheit auf verschiedene Lymphknoten sowie andere Organe des Körpers aus. Betroffene bilden zu viel Interleukin-6 (IL-6), was vermutlich zu einem abnormalen Wachstum bestimmter Zellen in den Lymphknoten beiträgt. Symptome können Müdigkeit, nächtliches Schwitzen, Fieber, periphere Neuropathie sowie eine Vergrösserung von Milz und Leber sein.

Siltumximab bindet IL-6, hemmt dadurch dessen Aktivität und reduziert in der Folge die Grösse der Lymphknoten sowie die beschriebenen Symptome.

Durch die Bindung von IL-6 kann es zu einem verstärkten Metabolismus von CYP450-Substraten kommen. Die Dosis von gleichzeitig verabreichten Wirkstoffen mit enger therapeutischer Breite sollte entsprechend angepasst werden.

Als häufigste unerwünschte Nebenwirkungen wurden Infektionen der oberen Atemwege, Juckreiz und makulopapulöse Exantheme beobachtet.

Quellen:
Fachinformation Sylvant®
European Medicines Agency, EPAR Sylvant®
Pschyrembel, klinisches Wörterbuch; De Gruyter Verlag; 266. Auflage 2014; p354