Bupivacain (Bupivacain 0,5% hyperbar Sintetica) 01.02.2012
 

Im Zusammenhang mit einer Anwendung bei der Parazervikalblockade ist von fetalen Bradykardien und Todesfällen berichtet worden. Die Gabe von Bupivacain im Rahmen der Parazervikalblockade ist deshalb kontraindiziert. Die Anwendung von Bupivacain 0,5% hyperbar Sintetica in der Frühschwangerschaft sollte nur erfolgen, wenn unbedingt notwendig. In späten Stadien der Schwangerschaft sollte die Bupivacaindosis reduziert werden. Die geburtshilfliche Anwendung ist ausschliesslich bei Sectio caesarea indiziert.
Kontrollierte klinische Studien für die Anwendung während der Schwangerschaft liegen nicht vor. Im Tierversuch sind jedoch fruchtschädigende Wirkungen beobachtet worden. Bei Dosierungen, die dem Fünf- bzw. Neunfachen der Humandosis entsprachen bzw. einer Gesamtdosis von 400 mg, sind eine verminderte Überlebensrate der Nachkommen exponierter Ratten sowie embryoletale Effekte beim Kaninchen nachgewiesen worden. Bupivacain passiert die Plazenta mittels Diffusion und erreicht auch im Fetus pharmakologisch wirksame Konzentrationen.
Eine Studie an Rhesusaffen gab Hinweise auf eine veränderte postnatale Verhaltensentwicklung nach Bupivacainexposition zum Geburtszeitpunkt. In der Geburtshilfe darf bei natürlicher Entbindung Bupivacain 0,5% hyperbar Sintetica nicht angewendet werden.  Bei operativ-vaginaler Entbindung sind grundsätzlich niedrigere Konzentrationen anzuwenden. Als mögliche Komplikation des Einsatzes von Bupivacain in der Geburtshilfe ist das Auftreten einer arteriellen Hypotension bei der Mutter anzusehen. Nach Gabe von Bupivacain 0,5% hyperbar Sintetica unter der Geburt kann es zu neurophysiologischen Beeinträchtigungen beim Neugeborenen kommen.
 
Über die Auswirkungen einer Spinalanästhesie mit Bupivacain 0,5% hyperbar Sintetica während der Stillzeit liegen keine Erkenntnisse hinsichtlich Sicherheit und Unbedenklichkeit vor. Ebenso fehlen ausreichende Daten betreffend Mutagenität.