Thiopental Inresa (Thiopental) 22.08.2018
Swissmedic informiert

Die Anwendung von Thiopental Inresa soll bis auf weiteres nur unter strenger Indikationsstellung und primär in Situationen, in denen es keine alternativen Arzneimittel gibt, erfolgen.
Hierbei ist u.a. folgendes in Erwägung zu ziehen:
_Propofol kann in den meisten Fällen als Alternativsubstanz angewendet werden, aber nicht immer (z.B. bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einen der Bestandteile eines Propofol-Präparats).
_In der Neurochirurgie wird Thiopental als Reservemedikament zur Hirndrucksenkung eingesetzt.
_Etomidat führt u.a. zu einer Suppression der Nebennierenrindenfunktion.
_Ketamin/S-Ketamin: Eine ausreichende postnarkotische klinische Überwachung muss gewährleistet sein.

Thiopental gilt als unverzichtbar in folgenden Fällen:
_Hirndrucktherapie: Therapie bei therapieresistentem Hirndruckanstieg.
_Kinderanästhesie (insbesondere Anästhesie von Neu- und Frühgeborenen).

Anlässlich einer Inspektion der italienischen Behörden AIFA (Agenzia Italiana del Farmaco) wurde beim Wirkstoffhersteller von Thiopental Inresa, der Lampugnani Pharmaceutici SPA, eine Nichteinhaltung der Guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) festgestellt.

Die an Thiopental Inresa 0.5 g durchgeführten analytischen Kontrollen haben nie Hinweise auf eine eingeschränkte Qualität des Präparats ergeben.

Da die Einhaltung der GMP während der Herstellung eines Arzneimittels aber Bestandteil der Qualitätssicherung ist, gelten bis zur Behebung der bei Lampugnani Pharmaceutici SPA festgestellten Defizite die obigen Empfehlungen.

Quelle:
Swissmedic, Health Professional Communication