Swissmedic hat die Zulassung für das Medikament Yorvipath® (Palopegteriparatid 168 Mikrogramm/0,56 ml, 294 Mikrogramm/0,98 ml und 420 Mikrogramm/1,4 ml, Injektionslösung im Fertigpen) erteilt.
Yorvipath® wird angewendet für die Behandlung des Hypoparathyreoidismus bei Erwachsenen.
Palopegteriparatid wurde nur bei Patienten untersucht, bei welchen der Hypoparathyreoidismus seit mindestens 6 Monaten bestand, nicht hingegen bei akutem (und potentiell reversiblem) postoperativem Hypoparathyreoidismus.
Endogenes Parathormon (PTH) wird von den Nebenschilddrüsen als Polypeptid mit 84 Aminosäuren sezerniert. PTH übt seine Wirkung über Parathormonrezeptoren auf der Zelloberfläche aus, die z.B. in Knochen-, Nieren- und Nervengewebe exprimiert werden. Die Aktivierung von PTH1R stimuliert den Knochenumsatz, erhöht die renale Calciumresorption und die Phosphatausscheidung und ermöglicht die Synthese von aktivem Vitamin D.
Palopegteriparatid ist ein Prodrug und besteht aus PTH (1-34), das über einen proprietären TransCon-Linker mit einem Methoxypolyethylenglykol(mPEG)-Träger konjugiert ist. PTH (1-34) und sein Hauptmetabolit PTH (1-33) sind in ihrer Affinität zum PTH1R und bezüglich dessen Aktivierung mit endogenem PTH vergleichbar. Unter physiologischen Bedingungen wird PTH auf kontrollierte Weise von Palopegteriparatid abgespalten, um eine kontinuierliche systemische Exposition gegenüber aktivem PTH zu gewährleisten.
Die Dosierungsempfehlungen für Yorvipath beziehen sich auf μg PTH (1-34). Die Dosis ist individuell für jeden Patienten auf der Grundlage des Serumcalciumspiegels festzulegen. Die optimale Dosis nach der Titration ist die Minimaldosis, die zur Prophylaxe einer Hypocalciämie erforderlich ist. Dies ist die Dosis, bei welcher der Serumcalciumspiegel im Normbereich bleibt, ohne dass Bedarf an aktiven Formen von Vitamin D oder an Calciumpräparaten besteht, die über die empfohlene Nahrungsergänzung für die Allgemeinbevölkerung hinausgehen (im Allgemeinen unter 600 mg Calcium pro Tag). Die Dosen von aktiven Formen von Vitamin D sowie von Calciumpräparaten müssen vor Beginn und während der Behandlung mit Yorvipath basierend auf dem Calciumwert im Serum angepasst werden (siehe unten).
Bei Patienten, bei denen auch unter der Maximaldosis von 30 μg Yorvipath pro Tag weiterhin eine Hypocalciämie besteht, kann eine gleichzeitige Gabe therapeutischer Calciumdosen und/oder von aktiven Formen von Vitamin D erforderlich sein.
Die in den klinischen Studien unter Palopegteriparatid am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen waren Reaktionen an der Injektionsstelle (39 %), vasodilatatorische Symptome (28 %), Kopfschmerzen (21 %) und Parästhesien (19 %). Die schwerwiegendste unerwünschte Wirkung war eine Hypercalciämie (8 %).
«Vasodilatatorische Symptome» schliessen dabei folgende unerwünschte Wirkungen ein: Kopfschmerzen, orthostatischen Schwindel, Synkopen, Palpitationen, orthostatische Hypotonie, Orthostasesyndrom, posturales orthostatisches Tachykardiesyndrom. Diese unerwünschten Wirkungen traten in den ersten drei Behandlungsmonaten häufiger auf als im weiteren Therapieverlauf.
Quelle:
Fachinformation Yorvipath®