Clarithromycin 17.07.2012
Kontraindikationen, Interaktionen, Warnhinweise bezüglich Resistenzen, unerwünschte Wirkungen

Clarithromycin ist kontraindiziert bei QT-Verlängerung in der Vorgeschichte oder ventrikulärer Tachykardie, einschliesslich Torsades de pointes sowie bei Patienten mit Leberinsuffizienz, wenn gleichzeitig Colchicin verabreicht wird. Bei vorbestehender Therapie mit Etravirine soll Clarithromycin gegen Mycobakterium avium complex wegen mangelnder Wirksamkeit durch eine Alternative ersetzt werden. Es wurde gelegentlich über Bewusstseinsverlust, Herzstillstand, Herzflimmern, Extrasystolen, Asthma und Lungenembolien berichtet, wenn Clarithromycin parenteral verabreicht wurde.
Die Verfügbarkeit von Clarithromycin wurde durch Etravirine vermindert, allerdings wurde die Konzentration des aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin erhöht. Weil 14-OH-Clarithromycin eine reduzierte Wirksamkeit gegen Mycobakterium avium complex aufweist, kann die Wirksamkeit gegen dieses Pathogen verändert sein. Deshalb sollen für die Behandlung von Infektionen mit Mycobakterium avium complex Alternativen zu Clarithromycin in Betracht gezogen werden.

Wird Clarithromycin gleichzeitig mit Ritonavir angewendet, ist bei Patienten mit normaler Nierenfunktion keine Dosisanpassung erforderlich. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, sollte eine Dosierungsanpassung in Betracht gezogen werden. Dies gilt nicht nur für Ritonavir in therapeutischen Dosierungen, sondern auch, wenn Ritonavir als pharmakokinetischer Verstärker für Protease-Inhibitoren, einschliesslich Atazanavir und Saquinavir, angewendet wird.

Es gibt Berichte über Interaktionen von CYP3A Inhibitoren, einschliesslich Clarithromycin, mit Arzneimitteln (z.B. Phenytoin, Valproat), von denen eine Metabolisierung durch CYP3A nicht erwartet wurde. Über erhöhte Serumspiegel wurden berichtet. Die Bestimmung der Serumspiegel dieser Arzneimittel wird bei gleichzeitiger Anwendung mit Clarithromycin empfohlen. 
Ebenfalls kann es notwendig sein, die Plasmaspiegel von CYP3A Induktoren zu überwachen, diese können infolge von CYP3A Hemmung durch Clarithromycin erhöht sein. Die gleichzeitige Verabreichung von CYP3A Induktoren kann zu subtherapeutischen Spiegeln von Clarithromycin mit reduzierter Wirksamkeit führen. Gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Clarithromycin führte zu erhöhten Rifabutin- und erniedrigten Clarithromycin-Serumspiegeln, zusammen mit einem erhöhten Risiko für Uveitis.

Angesichts zunehmender Resistenz von Streptococcus penumoniae auf Makrolide, ist es wichtig, dass auf Empfindlichkeit getestet wird, wenn Clarithromycin für die Behandlung von ausserhalb des Spitals erworbener Pneumonie eingesetzt wird. Bei im Spital erworbener Pneumonie sollte Clarithromycin in Kombination mit zusätzlich angezeigten Antibiotika eingesetzt werden.
Auch bei Infektionen durch Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes sollte auf Empfindlichkeit getestet werden. Aktuell spielen Makrolide nur bei einigen Haut- und Weichteilinfektionen eine Rolle, wie bei Infektionen verursacht durch Corynebakterium minutissimum (Erythrasma), Akne vulgaris, Erysipel und in Situationen wo Penicilline nicht angewendet werden dürfen. Falls Betalaktam-Antibiotika nicht eingesetzt werden können, können andere Antibiotika, wie Clindamycin, Mittel der ersten Wahl sein.

Es wurde über Neutropenie, Eosinophilie, Agranulozytose,Tremor, Schläfrigkeit, Palpitationen, Cholestase, abweichende Laborwerte, Erythrasma und Purpura Schönlein-Henoch berichtet.

Quelle:
Fachinformation Klacid® Filmtabletten
Fachinformation Klacid® i.v.
Fachinformation Klacid® One
Fachinformation Klaciped®/- Forte

Arzneimittel mit:
Clarithromycin