Blenrep (Belantamab) 17.08.2022
Neue Therapieoption bei Multiplem Myelom GlaxoSmithKline AG

Swissmedic hat die Zulassung für das Medikament Blenrep (Belantamab mafodotin 100 mg, Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung) erteilt.

Blenrep ist indiziert als Monotherapie zur Behandlung des multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten, die bereits mindestens vier Therapielinien erhalten haben, und deren Erkrankung refraktär gegenüber mindestens einem Proteasom-Inhibitor, einem Immunmodulator und einem monoklonalen Anti-CD38-Antikörper ist und die während der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten.

Belantamab mafodotin ist ein an den zytotoxischen Wirkstoff Maleimidocaproyl-Monomethyl-Auristatin F (mcMMAF) konjugierter humanisierter monoklonaler IgG1-kappa-Antikörper. Belantamab mafodotin bindet an das BCMA auf der Zelloberfläche und wird zügig internalisiert. In der Tumorzelle wird der zytotoxische Wirkstoff freigesetzt und zerstört das Mikrotubuli-Netzwerk. Dies führt zum Zellzyklus-Arrest und zur Apoptose. Der Antikörper verbessert die Rekrutierung und Aktivierung von Immuneffektorzellen, die Krebszellen mittels antikörperabhängiger zellulärer Zytotoxizität und Phagozytose abtöten. Die durch Belantamab mafodotin induzierte Apoptose wird von Markern des immunogenen Zelltods begleitet, was zu einer adaptiven Immunreaktion auf Tumorzellen beitragen könnte.

Die empfohlene Dosis für Blenrep beträgt 2,5 mg/kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse Infusion alle 3 Wochen.
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Krankheit oder bis zu einer inakzeptablen Toxizität fortzusetzen.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen (≥30%) waren Keratopathie (64%), Thrombozytopenie (34%), Anämie (32%) und verschwommenes Sehen (31%) . Die am häufigsten gemeldeten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Lungenentzündung (10%), Pyrexie (5%) und IRR(3%).
Ein dauerhafter Abbruch aufgrund einer unerwünschten Wirkung erfolgte bei 12 % der Patienten, die Belantamab mafodotin erhielten, bei 3 % davon im Zusammenhang mit okulären unerwünschten Wirkungen.

Quellen:
Fachinformation Blenrep
Swissmedic Journal 06/2022

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