Adempas® (Riociguat) 04.12.2013
Neue Therapieoption bei chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie Bayer (Schweiz) AG

In der Schweiz ist neu die Spezialität Adempas mit dem Wirkstoff Riociguat im Handel. Adempas ist angezeigt bei Patienten mit inoperabler chronisch-thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) oder bei Patienten mit persistierender oder rezidivierender CTEPH nach operativer Behandlung zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Für die Behandlung stehen Filmtabletten mit 0,5 mg, 1,0 mg, 1,5 mg, 2,0 mg und 2,5 mg Riociguat zur Verfügung. Die Dosierung wird individuell ermittelt und richtet sich u.a. nach Zeichen einer Hypotonie.
Die pulmonale Hypertonie ist mit einer Fehlfunktion des Endothels, einer Verminderung der NO-Synthese und einer unzureichenden Stimulierung des NO-sGC-cGMP-Signalwegs verbunden.
Riociguat greift nun direkt in die pathophysiologischen Prozesse ein. Einerseits verstärkt es die Wirkung von NO auf die sGC (soluble guanylate cyclase, lösliche Guanylatzyklase), andererseits stimuliert Riociguat unabhängig von NO die sGC auch direkt über eine andere Bindungsstelle. Dadurch stellt Riociguat den NO-sGC-cGMP-Signalweg wieder her und führt zu einer vermehrten Bildung von cGMP. Intrazelluläres cGMP spielt eine wichtige Rolle bei Prozessen, die den Gefässtonus beeinflussen und von Bedeutung für Proliferation, Fibrosierung und Entzündungsreaktionen sind.
 
Die Wirksamkeit wurde in den doppelblind randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien CHEST-1 und CHEST-2 belegt. Dabei wurde eine signifikante Zunahme der körperlichen Belastbarkeit anhand der Sechs-Minuten-Gehstrecke beobachtet. Insgesamt wurde von den Patienten eine deutliche Zunahme der Lebensqualität festgestellt.
 
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in der 16-wöchigen placebokontrollierten klinischen Studie (CHEST-1) unter Adempas (bis zu 2,5 mg dreimal täglich) bei ≥10% der behandelten Patienten auftraten, waren Kopfschmerzen, Schwindel, Dyspepsie, periphere Ödeme, Hypotonie (inkl. absinkender Blutdruck) und Nausea.
Adempas erhöht das Risiko für (auch tödlich verlaufende) Blutungen aus dem Respirationstrakt, für welche Patienten mit CTEPH besonders disponiert sind. Der verschreibende Arzt sollte bei jedem Patienten regelmässig eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durchführen.
 
Quellen:
Fachinformation Adempas®
Deutsche Apotheker Zeitung, 43/2013/p46 (passwortgeschützt)
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